Artikel aus der Erdinger SZ vom 07. Februar 2006 Wissenschaftler der Bertelsmann Stiftung haben berechnet, dass in den nächsten 14 Jahren die Bevölkerungszahl im Landkreis Erding steigt, während sie in Deutschland insgesamt sinkt. Und auch bei der Zahl der Neugeborenen liegen die Erdinger weit über dem Bundesdurchschnitt. Der Bertelsmann-Studie zufolge müssen sich mehr als die Hälfte der Kommunen in Deutschland auf einen Bevölkerungsschwund einstellen. Für den Landkreis Erding hingegen rechnen die Demographen bis zum Jahr 2020 mit einem Anstieg der Einwohnerzahl um fast 11 Prozent. Wesentlich langsamer als Erding wird der Landkreis Freising wachsen. Hier beträgt der Einwohnerzuwachs nur knapp acht Prozent. Allerdings schwächt der Anstieg auch in Erding im Vergleich zu seinem heutigen Wert ab. Die Wissenschaftler kategorisieren den Landkreis daher als "suburbanen Wohnort mit rückläufigen Wachstumserwartungen". Erstmals gewährt eine demographische Studie Einblicke in die Entwicklung einzelner Kommunen. So zeigt sich, dass auch der östliche Landkreis dem bundesweiten Schrumpfungstrend trotzen kann. Dorfen und Taufkirchen werden 2020 ebenfalls deutlich mehr Einwohner haben als heute. Auch kleinere Kommunen wie Oberding und Moosinning gewinnen hinzu. Das Erdinger Bevölkerungswachstum ist vor allem Zuzüglern zu verdanken, Berufseinsteigern etwa, die von der niedrigen Arbeitslosenquote hierzulande profitieren. Aber auch die Frauen im Landkreis leisten ihren Beitrag. Ein Fertilitätsindex bescheinigt ihnen eine überdurchschnittliche Gebärfreudigkeit. Der Fruchtbarkeitsvorsprung gegenüber dem Rest des Landes beträgt stolze 9,4 Prozent. Unglücklicherweise lässt sich der demographische Wandel, also das steigende Durchschnittsalter, dadurch nicht aufhalten. Im Jahr 2020 werden die Erdinger im Schnitt 43,3 Jahre alt sein. Das sind fast fünf Jahre mehr als heute. Kleiner Trost: Im Vergleich zum Durchschnitts-Deutschen ist der Durchschnitts-Erdinger 2020 knapp drei Jahre jünger. Die Forscher empfehlen dem Landratsamt, in den Ausbau einer kinderfreundlichen Infrastruktur zu investieren und Angebote für Senioren auszubauen. So könne sowohl der Alterung als auch dem Bevölkerungswachstum Rechnung getragen werden. |