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Erstes Raumordnungsverfahren abgeschlossen
Regierung genehmigt Einkaufszentrum im Westen
In den Behörden wird eifrig an den Plänen für das Gewerbegebiet Erding-West gearbeitet. Die Regierung von Oberbayern hat das mehr als 24.000 Quadratmeter große Einkaufszentrum genehmigt, allerdings mit einer Einschränkung, die den Stadtrat noch beschäftigen wird: Der Elektrofachmarkt soll nur 1.900 statt 2.800 Quadratmeter groß werden.
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Artikel aus der Erdinger SZ vom 03. Februar 2006
Schon in einer früheren Stellungnahme hatte die Regierung von Oberbayern der Stadt Erding mitgeteilt, dass der Elektromarkt nicht so groß werden dürfe. Die Stadträte zeigten sich davon unbeeindruckt und beharrten auf ihrem Plan, den sie mit der Dorfener Firma Wilhelm & Scharl entwickelt hatten. Scharl vermarktet die insgesamt 24.000 Quadratmeter große Fläche.
Es sei schwieriger, für eine Verkaufsfläche von 1.900 Quadratmetern einen Elektrohandel nach Erding zu locken, hieß es in den Stadtratssitzungen. Wie groß ein Markt sein darf, richtet sich nach dem angenommenen Einzugsgebiet. Die diesen Berechnungen zu Grunde liegenden Zahlen seien alt und berücksichtigen nicht das Wachstumspotential der Region, hatte Max Gotz (CSU) wiederholt kritisiert. Georg Scharl, der derzeit in Amerika weilt, sagte gestern, dass mit dieser Entscheidung zu rechnen war. "Es wäre aber schade für Erding, wenn es dabei bliebe. Denn dann käme kein Branchenriese." Interessenten gebe es aber auch für einen kleineren Elektrofachhandel.
Im Süden des Einkaufszentrums werden sich weitere Märkte ansiedeln. Für dieses künftige Fachmarktzentrum, dessen Dimensionen dem des Einkaufszentrums ähneln, hat die Regierung von Oberbayern das Raumordnungsverfahren eingeleitet. Vermarktet wird es von der Münchner RH Immobilien Management GmbH, die sich schon auf mögliche Branchen festgelegt hat. Wird dieser Plan in seiner jetzigen Form genehmigt, stehen den Erdingern im Westen der Stadt künftig vielleicht sogar zwei neue Möbelmärkte zur Auswahl: Auch RH Immobilien reserviert knapp 19.000 der insgesamt 26.500 Quadratmeter für einen Möbelmarkt oder aber für einen Bau- und Gartenmarkt. Vor acht Wochen hat RH Immobilien die Fläche erworben und steht laut Markus Ohneis bereits in Verhandlungen mit Unternehmen, die sich dort ansiedeln möchten. Weil der Verkehr an der Sigwolfstraße (ED 19) entlang dem neuen Gewerbegebiet stark zunehmen wird, verlangt die Regierung von Oberbayern, dass die Kunden das Scharl-Einkaufszentrum über einen Kreisverkehr oder eine Ampel erreichen können. Im Hinblick auf die weiteren Gewerbeansiedlungen muss auch die Kreuzung der ED 19 mit der Dachauer Straße Richtung Aufkirchen ausgebaut werden, steht im Schreiben der Regierung.

Der Kunde hat die Wahl
Zum Möbelkauf müssen die Erdinger in den meisten Fällen den Landkreis verlassen. Das wird sich bald ändern: Im Gewerbegebiet Erding-West wird sich mindestens ein Möbelmarkt ansiedeln. Der Plan für das Einkaufszentrum, das unmittelbar südlich des E&C-Marktes entlang der Sigwolfstraße entstehen wird, ist genehmigt.
Südlich dieses Gebietes entsteht ein Fachmarktzentrum und auch hier könnte sich noch ein Möbelmarkt ansiedeln. Die RH Immobilien Management GmbH hat jedoch zwei Varianten für das Fachmarktzentrum vorgeschlagen, eine mit einem Möbel- und eine mit einem Bau- und Gartenmarkt. In weiteren Branchen könnten zwei Anbieter nach Erding kommen: Auch Elektro- und Teppichgeschäfte finden sich in beiden Anträgen, dazu je eine Tankstelle mit Shop. Der Plan für das Einkaufszentrum ist bereits genehmigt, beim Fachmarktzentrum läuft das Raumordnungsverfahren erst an.
Bis 28. Februar können Kommunen, Behörden und Verbände dazu Stellung nehmen. Berücksichtigt werden die Auswirkungen des Projektes unter anderem auf Natur, Landwirtschaft, Einzelhandel und Wasser.

Expert oder Media-Markt?

Artikel aus dem Erdinger Anzeiger vom 03. Februar 2006
Die Realisierung des Gewerbegebietes Erding-West schreitet voran. Nun hat die Regierung von Oberbayern - mit einer Einschränkung - grünes Licht für das Einkaufszentrum gegeben, das die Dorfener Bauträgerfirma Wilhelm und Scharl errichten will. Ein weiteres Raumordnungsverfahren für ein Fachmarktzentrum südlich davon ist eingeleitet.
Wie berichtet, sind mittlerweile alle Grundstücke südlich des E&C-Marktes zwischen Sigwolfstraße, Dachauer Straße und Kletthamer Feld verkauft. Die Scharl GmbH allein will 24.410 Quadratmeter Verkaufsfläche schaffen. Dort siedeln sich neben Liedl ein weiterer Discounter (Netto,Plus oder Penny), ein Möbelmarkt (12.000 Quadratmeter) sowie ein Elektromarkt an.
Interessenten hat Bauträger Scharl genug. Wer zum Zug kommt, hängt davon ab, wie groß die Verkaufsfläche des Elektromarktes sein darf. Geht es nach der Regierung, nicht größer als 1.900 Quadratmeter. Scharl hatte 2.800 Quadratmeter beantragt. Die wäre für einen Media-Markt geeignet. Für die kleinere Variante hat die Firma Expert Interesse angemeldet.
Jakob Mittermeier (CSU), Wirtschaftsreferent der Stadt Erding, hat die Reduzierung der Fläche wiederholt kritisiert. Da laut Prognosen in der Flughafenregion bis 2015 mit 60.000 mehr Einwohnern zu rechnen sei, "kann man nicht vom Status Quo ausgehen", sagt er. Dies werde nicht berücksichtigt. "Wenn die Regierung von Oberbayern nicht anders kann, müssen wir dort vorsprechen, wo man anders kann, nämlich im Wirtschafts- oder Innenministerium", so Mittermeier.
Konkurrenz zu OBI?
Dass in Erding-West nicht gekleckert , sondern geklotzt wird, sieht man auch daran: Neben OBI, der vom Rennweg an die Dachauer Straße umzieht und auf 11.000 Quadratmeter ereitert (Scharl: "Das ist ein Glücksfall für uns.") könnte ein weiterer Bau- und Gartenmarkt (18.800 m²) entstehen. Die Firma RH Immobilien Management GmbH aus München, die das Areal erworben hat, ist laut Mitarbeiter Markus Ohneis mit Firmen im Gespräch, "auch mit den großen". Eine Alternative wäre ein weiterer Möbelmarkt. Dass sich die Nachbarn ins Gehege kommen, glaubt Scharl nicht: "Je mehr namhafte Firmen nach Erding kommen, umso besser. Wir profitieren alle voneinander."
Die Regierung wird bei der Dimensionierung der Märkte wohl noch behilflich sein. Sie schreibt: "Um die innerörtliche Einzelhandelsstruktur in der Stadt und den benachbarten Gemeinden nicht zu gefährden, müssen die Verkaufsflächen (...) insgesamt und nicht einzeln berücksichtigt werden, wenn sie das gleiche Sortiment haben."

zuletzt aktualisiert:

SM Pech

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